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Hormonersatztherapie
 

Bereitet die Hormonumstellung in den Wechseljahren Beschwerden, kann eine Behandlung mit Hormonpräparaten sinnvoll sein.

Bis vor einigen Jahren wurde die HRT eher undifferenziert und sehr breitflächig eingesetzt. Die empfohlenen Hormondosen waren zum Teil zu hoch und die Zusammensetzung der Präparate nicht optimal. Oft wurden Kontraindikationen nicht beachtet. Große Studien aus England und den USA (WHI etc.) haben in diesem Bereich zu einem Umdenken und einem differenzierteren Einsatz von Hormonen geführt.

Was kann eine Hormonersatztherapie leisten?

  • Eine Hormonersatztherapie kann akute Wechseljahrsbeschwerden, wie z.B. Hitzewallungen, deutlich lindern und beseitigen. Dazu gehören u.a. auch Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Leistungs- und Gedächtnisverminderung, Knochen- und Gelenksymptome, Haut-, Haar-  und Schleimhautveränderungen.
  • Entgegen der allgemeinen Befürchtungen bleibt das Körpergewicht unter einer gut eingestellten HRT stabil. Das gleiche gilt auch für den Blutdruck, da Östrogene einen positiven Einfluß auf das Herz-Kreislaufsystem haben.
  • Langfristig kann sie zur Vorbeugung und Therapie der Osteoporose eingesetzt werden.
  • Das Erkrankungsrisiko für Darmkrebs und Diabetes Mellitus ist geringer.

Für wen ist eine Hormonersatztherapie geeignet?

  • Die Entscheidung, ob eine Frau eine Hormonersatztherapie benötigt, muss individuell je nach Beschwerden getroffen werden. Ebenso die Form und Dosis der Hormongabe.
  • Vor jeder Behandlung mit Hormonen sollte eine Untersuchung und eine eingehende Beratung stattfinden.
  • Die Dauer einer Hormonersatztherapie richtet sich nach den Beschwerden. Geht es vor allem um die Linderung von Wechseljahrsbeschwerden, reicht oft eine zwei- bis dreijährige Anwendungsdauer aus. Wurde die Therapie aber unter dem Aspekt des Langzeitschutzes vor Hormonmangelfolgen wie der Osteoporose begonnen, so ist eine Therapiedauer von eventuell fünf bis zehn Jahren, manchmal auch länger, sinnvoll. Es wird empfohlen, einmal jährlich die Indikation zum Fortführen der Hormonersatztherapie zu überprüfen.

Für wen ist eine HRT nicht geeignet?
Als Gegenanzeigen (Kontraindikationen) gegen eine Hormonersatztherapie gelten heute unter anderem:

  • Brustkrebserkrankungen
  • Thromboseneigung, Embolie, bestehende Gefäßschäden
  • Akuter Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • schwere Lebererkrankungen
  • Starkes Übergewicht
  • Starkes Rauchen

Aber auch hier muß von Fall zu Fall individuell das Pro und Contra abgewogen werden.

Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?
Als Nebenwirkungen können in seltenen Fällen zu Beginn der Behandlung Übelkeit, Erbrechen, Spannungsgefühl in der Brust, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Wasseransammlung im Gewebe auftreten. Doch diese Beschwerden lassen sich durch eine optimale Dosisanpassung und mit etwas Geduld gemeinsam beseitigen.

Einige Frauen befürchten auch, durch Hormontherapie an Gewicht zuzunehmen. Aufgrund einer Feuchtigkeitssteigerung im Gewebe kann ein geringfügiger Gewichtsanstieg beobachtet werden. 
Hier spielen aber der veränderte Grundumsatz und die Reduktion der körperlichen Bewegung im Alter eine zusätzliche Rolle.

Hormonersatztherapie und Brustkrebs
Aufgrund unterschiedlicher Interpretationen von Studienergebnissen ist das Risiko von Brustkrebs durch die HRT-Therapie in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Mittlerweile ist man sich einig, dass durch die HRT-Therapie kein erhöhtes Risiko für das Entstehen von Brustkrebs besteht. Das heißt Hormone lösen keinen Brustkrebs aus, können aber schon vorhandene Brustkrebszellen in ihrem Wachtum beeinflussen. Deshalb gilt Brustkrebs in der Anamnese als Kontraindikation.

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Wechseljahre und Hormontherapie
Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung
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Information des Berufsverbandes der Frauenärzte zum Thema Hormonersatztherapie, in Konsensus mit der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Das PDF enthält einen Fragebogen über Ihre Wechseljahresbeschwerden, den Sie ausfüllen und zu Ihrem nächsten Besuch mitbringen können.